„Bildkritik“ in der Windenergieplanung - Wie durch partizipative Prozessgestaltung ein sachlicher Bilderdiskurs gefördert werden kann.
Konflikte um den Bau von Windenergieanlagen sind häufigauch Konflikte um Bilder. Konfliktparteien verwenden Bilder,um die angenommenen Wirkungen von Anlagen darzustellenund ihre Positionen zum Vorhaben zu untermauern. Unterschiedliche Wirklichkeitskonstruktionenringen um Deutungs-hoheit in der Öffentlichkeit und bereiten Dritten Schwierig-keiten, zwischen seriösen und manipulativen Darstellungenzu unterscheiden. Der Beitrag zeigt auf, wie im Rahmen par-tizipativer und transparenter Erstellungsprozesse zu Visua-lisierungen von geplanten Windenergieanlagen Wissen unddie Fähigkeit zur „Bildkritik“ – analog zur Quellenkritik imMedienjournalismus – gesteigert werden kann. Es werdenWege vorgestellt, die dazu beitragen, die Reflexionsfähigkeitund Kritikfähigkeit allgemein und insbesondere von jenen zuverbessern, die über Planungen zu befinden haben (Kommunalpolitik,Verwaltung,Presse). Damit wird sichergestellt,dass verantwortliche Personenkreise „Interpretationskompetenz“ oder „Lese- und Sprechfähigkeit“ zur Deutung von Bildern erlangen. Dabei greift der Beitrag auf sozialkonstruktivistische Ansätze der Landschaftsbildbewertung zurück und demonstriert anhand von Beispielen aus der Planungspraxis, wieerkenntnisfördernde Bilddiskurse gestaltet werden können.
Autoren
Michel-André Horelt
Christoph Ewen
Rainer Carius
Datum
16
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12
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2021
Erschienen in
Raumforschung und Raumordnung (2021), Seite 1-19
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